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Der Overdrive – oder Star-Trek in einem TR

Weltrekord dank Overdrive: Schon bei der Rekordfahrt 1953 in Jabbeke setzte Triumph auf dieses fantastische technische Feature. Der TR 2 errichte 200 km/h!

Das Objekt der Begierde: eine Getriebe-OD-Einheit. Gut für bis zu 7 Gänge in einem TR.

Mit einem TR auf der Autobahn - Dreier ausgedreht. Einer schaut mitleidig herüber: "Oide Kraxn". Aber jetzt der Overdrive! Klick - der TR schießt davon. „Was war das jetzt,“ denkt sich der drüben „Warp 4?“ Vom Nutzen eines Overdrive erzählt Ossi Posch.

Auch wenn es nicht „Warp 4“ ist: Wenn bei einem TR der Overdrive-Schalter fällt, geht’s vorwärts. Vor allem der unmittelbare Kraftschluss ist es, der erfreut; ein wahrer Gummiband-Effekt! Doch zuerst die History: Großbritannien, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Benzin ist rationiert (bis 26. Mai 1950 und zur Suez-Krise 1957), und die britischen Steuergesetze haben die Bohrung im Visier. Die Autobauer weichen daher Richtung Langhuber aus. Da sie aber Kolbengeschwindigkeiten, Drehzahlen und Spritverbrauch einhegen müssen, kommt 1949 der Overdrive (OD) des britischen Ingenieurs Edgar Joseph de Normanville (geb. 1882 in Leamington Spa bei Coventry) gerade richtig.

Die Vorteile seines elektrohydraulisch gesteuerten Untersetzungsgetriebes (kupplungsloses Schalten, klein und leicht) waren gegenüber anderen so überzeugend, dass es sich - von Laycock Engineering in Sheffield produziert – im Juni 1950 in einem Triumph Renown als erstem Serienfahrzeug und bald in einer Vielzahl anderer Autos wiederfand.

Neben dem Raufschalten ohne Zugkraftunterbrechung (das Gummibandl, das einen vorwärtsschnalzt, wenn man bei Vollgas den OD schaltet) macht auch die unkomplizierte Nutzbarkeit in mehreren Gangstufen große Freude. So können TR-Piloten je nach Verkabelung bis zu 7 (!) Gänge genießen. Der nachträgliche Einbau eines OD-Getriebes ist daher eine sinnvolle Investition. Diverse Firmen bieten dafür OD-Getriebe von Triumph 2000, 2500TC, 2,5 PI, Sprint oder Stag an.   

Es gibt aber auch passfertige 5-Ganggetriebe. Nur - dann is`s nix mit „Warp 4“!

 

Alles über die Overdrives der Triumph-Roadster:

Bei den TR kamen zwei OD zum Einsatz:

+ Typ „A“ 22 von 1953 (TR 2) bis Ende 1972 (TR 6) gegen Aufpreis

+ Typ „J“ 25 ab 1973 (TR 6), ab 1974 ohne Aufpreis

Die Nummern geben die Untersetzung an. „22“ heißt 22 % oder 0,82:1 und

„25“ ca. 25 % oder 0,797:1.

 

Mehr Gangstufen durch den OD:

+ 5 Gänge: TR 2 1953-55, „A“-OD zuschaltbar nur für den 4. Gang.

+ 7 Gänge: TR 2 von Mai 1955 (TS 6266) bis TR 6 Ende 1972, „A“-OD für 2., 3. u. 4. Gang.

+ 6 Gänge: TR 6 ab 1973 (CR 567), „J“-OD für 3. u. 4. Gang. (Von CF 1 bis CF 35.000 Typ 25/115838 und ab CF 35.001 Typ 25/1158976.)  

 

Gesamtübersetzungen ohne/mit OD:

+ TR 2, TR 3/A, TR 4/A und TR 250: 3,7:1. Mit aktiviertem „A“-OD 3,03:1

+ TR 6 Vergaser: 3,7:1. Mit „A“-OD 3,03:1. Mit „J“-OD 2,95:1

+ TR 5/TR 6 PI: 3,45:1. Mit „A“-OD 2,82:1. Mit „J“-OD 2,75:1

 

Damit die Tachoanzeige stimmt, wurden unterschiedliche Schneckenräder auf der Abtriebswelle sowie Tachoritzel (pinion) verbaut. Auch sollte laut britischer Norm die Tachowelle nicht mehr als 1.000 U/Meile drehen.

 

Die verwendeten Tachoritzel:

+ TR 2 bis TR 4A ohne/mit „A“-OD: Stahlritzel mit 15 Zähnen.

+ TR 5/6 und TR 250 ohne/mit „A“-OD: Plastikritzel mit 15 Zähnen.

+ TR 6 mit „J“-OD: Plastikritzel mit 20 Zähnen.

 

Der Counterpart des Ritzels:

+ Die „A“-OD haben alle die gleiche „Schnecke“ in die Abtriebswelle gefräst

+ Die „J“-OD haben Schneckenräder - für Vergaser-TR 6 mit 8 Zähnen, für Einspritzer-TR 6 mit 7 Zähnen.

opos Juni 2020

 
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