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60 Jahre TR 4 – der Superwurf des Giovanni Michelotti

Donald Demmels wunderschöner TR 4. Michelotti hatte es meisterhaft verstanden, den klassischen Outlook in eine straffe Form zu gießen.

Wunderschöne sleek lines und noch eine Andeutung des TR2 Hüftknicks.

Der verlässliche und 100 bhp starke TR 3A-Motor mit 2.138 ccm fand sich jetzt im TR 4.

Das klassische TR-Cockpit begrenzten jetzt kurbelbare Seitenscheiben.

Das klare Heck im Stil des ITALIA beherbergt nun einen passablen Kofferraum.

Vor 60 Jahren, im ersten Halbjahr 1961, befand sich die Entwicklung des TR 4 in ihrer Endphase. Nach 8 Jahren TR 2/3-Design brauchte Triumph dringend ein neues Gesicht für die TR-Baureihe – der begnadete Giovanni Michelotti lieferte. Und am 18. Juli 1961 lief der erste TR 4 vom Band. Ossi Posch erzählt.

Es war 1960 und die TR 3-Verkäufe waren massiv eingebrochen. Die Kunden riefen nach einem neuen Design, aber Standard-Triumph fehlte das Geld für einen Nachfolger. Man hatte das, was 1959 der Verkauf des Anteils an Ferguson erbracht hatte, für den Bau der neuen Fertigungshalle in Canley (Rocket Range) sowie Käufe von Firmen (z.B. Alford & Alder bzw. Alforder) und Grundstücken (z.B. Liverpool Nr.2) verwendet.

Erst 1961, als Leyland-Motors übernahm, konnte es weitergehen. Zum Glück hatte Hausdesigner Michelotti bereits wesentliche Vorarbeiten geleistet:

+ 1957/58 eine ZEST genannte Studie, die zwar noch auf dem schmalen Chassis des TR 3 saß, vorne aber schon wie der spätere TR 4 aussah, und

+ 1959/60 zwei ZOOM-Prototypen auf einem breiteren Fahrwerk sowie mit Heck und Seitenlinie wie bei seinem ITALIA-Projekt von 1957.

Da die Sache eilig war, wurde nicht wie sonst herumgeschistelt, sondern Michelotti ersucht, einfach das Beste aus den Entwürfen zu machen. Schnell, wie er war, kombinierte er daraufhin alle Features, die schon Gnade vor den Augen der Triumph-Oberen gefunden hatten.

Der Wagen war designmäßig ein guter Wurf. Michelotti hatte es genial verstanden, den klassischen Hüftknick in der Seitenlinie beizubehalten und das Thema der „dominanten Scheinwerfer” von TR 2 und TR 3 in eine modernisierte, gestraffte Karosserieform zu integrieren. Die Motorhaube zierte eine “power bulge” genannte Ausbuchtung, die verhindern sollte, dass die Vergaser beim Kippen des Motors innen an der flachen Motorhaube anschlagen.

Bezüglich der Technik hatte man zwar die großen Änderungen, die schon Triumph geplant hatte, auf die lange Bank schieben müssen, aber trotzdem war der TR 4 (von CT 1 im Juli 1961 bis CT 40304 am 6. Jänner 1965) viel mehr als „nur ein TR 3A mit neuer Karosserie“ - obwohl er dessen Armaturen hatte und anfänglich sogar noch die gleiche Vorderachse.

Er hatte jetzt serienmäßig den 2.138-Liter-Motor des TR 3A (obwohl man ohne Aufpreis auch noch das TR 3-Triebwerk mit 1.991 ccm haben konnte), eine breitere Spur sowie eine Zahnstangenlenkung mit Sicherheitslenksäule, ein vollsynchronisiertes Getriebe und – Kurbelfenster.

Dazu kam als besondere Innovation das „Surrey-Top“ des Giovanni Michelotti, ein aus zwei Teilen bestehendes Hardtop, bei dem das Dachteil (aus anfänglich Aluminium und später Stahlblech) abgenommen werden kann, der hintere Teil mit der Heckscheibe aber stehenbleibt. Dadurch hat man einen Windschutz beim Offenfahren, kann das Auto aber auch als Coupe benutzen. Sollte es regnen, so gibt es ein Vinylteil mit Streben, ein „Snap-In-Vinyl-Panel”, das man einhängen kann - das sogenannte „Surrey Top”. Heute wird umgangssprachlich oft die gesamte Konstruktion als Surrey Top bezeichnet.

Am 18. Juli 1961 rollte der erste TR 4 in Coventry-Canley vom Band. (Die Rohkarossen wurden in Liverpool gefertigt und mit LKW 174 km nach Canley gefahren!) Er kam gut an. Inklusive TR 4A gingen 68.718 weg.

 

 
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