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60 Jahre TR 4: Das Surrey-Top des Hardtop-Coupés

Die Basis-Idee entstand 1957: schon für das „Dream Car” auf TR 3-Basis hatte Michelotti ein Plexiglas-Windschott kreiiert. Drei Jahre später erhielt der TR 4 die ausgereifte Version – als „Hardtop-Coupé”.

Wunderschönes und praktisches Hardtop-Coupé. Die Coupé-Version gibt es für alle Michelotti-Triumphs, also auch für TR 4A, TR 250 und den TR 5, wie hier von Margit und Mag. Ernst Huber.

Der TR 4 verfügte 1961 über eine Innovation, die sein Designer Michelotti schon 1957 entwickelt hatte; das sogenannte „Surrey Top“ – das aber eigentlich Hardtop-Coupé hieß. Oswald M. Posch erzählt.

Es war Anfang 1957 als der Morris-Importeur für Ägypten, Raymond Flower, bei Triumph um die Lieferung von Chassis für ein Kleinwagen-Projekt ersuchte. Obwohl Flower kein Unbekannter war, trauten ihm die Triumph-Oberen die ganze Sache nicht recht zu. Worauf der erzählte, bereits eine Werkstatt an der Hand zu haben, die in kürzester Zeit und zu geringen Kosten einen Prototyp herstellen könnte. Die Triumph-Leute verlangten nach einem Beweis. Als Flower dann tatsächlich mit Entwürfen auftauchte, suchte Triumph-Chief-Engineer Henry George „Harry” Webster daraufhin das Auto aus, „das am schwierigsten realisierbar schien”. Man lieferte das rolling chassis eines TR 3 (TS 19295-O) – und wartete. Und das Unglaubliche geschah: nach 3 Monaten rollte der „Entwurf” aus einem Transporter. Es war das sogenannte Dream Car, gestaltet von Michelotti, gebaut von Vignale.

Das Auto war für 1957 designmäßig revolutionär und verfügte über ein Asset, das Michelotti beim TR 4 dann zur Endgestaltung bringen würde; ein Windschott aus Plexiglas. Harry Webster hatte die Entwicklung unterstützt und im September 1961 kam dann der TR 4 in zwei Versionen auf dem Markt: als „Cabrio” und als „Hardtop-Coupé”.

Michelotti nannte die ganze Konstruktion „Hard-top con pannello di tetto smontato ed al suo posto il ,Surrey Top’ (baldacchino ribaltabile in polivinile), si attacca rapidamente e protegge da subitanei cambiamenti climatici”, auf Deutsch „Hardtop mit zerlegter Dachplatte und an seiner Stelle das ,Surrey Top’ (klappbares Polivinyl-Verdeck), das schnell befestigt werden kann und vor plötzlichen Klimaveränderungen schützt”.

Das  „Snap-In-Vinyl-Panel”

Das Hardtop besteht aus zwei Teilen: einem abnehmbaren Dachteil (anfänglich Aluminium und später Stahlblech), sowie einem (abnehmbaren) Heckscheibenteil, das auf dem Auto montiert ist. Dadurch hat man einen Windschutz beim Offenfahren, kann das Auto aber auch als Coupe benutzen. Da das metallene Dach aber zu groß ist, um mitgeführt zu werden, bot Triumph gegen Aufpreis ein „Snap-In-Vinyl-Panel” mit zusammenklappbaren Streben an - das „Surrey Top”. Das konnte man statt des Dachs einhängen und so das Auto schließen. Da der Mittelbau der Autos gleich ist, ist das Hardtop-Coupe für alle Michelotti-TR, vom TR 4 bis zum TR 5, verfügbar. Die Nachfrage nach den Hardtop-Coupés hielt sich allerdings in Grenzen, vielleicht auch deshalb, weil diese ohne Verdeck ausgeliefert wurden.

Heute wird umgangssprachlich oft die gesamte Konstruktion als Surrey Top bezeichnet. (Michelotti hat diese Idee übrigens auch bei einem Fiat 1200 Granluce für Vignale verwirklicht; hier aber mit fixem Heckscheibenteil.) Mehr zu Michelottis Arbeiten gibt es im Buch „Giovanni Michelotti a free stylist“ von Edgardo Michelotti/Giancarlo Cavallini, Fondazione Negri, www.negri.it

 

 
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